Labordiagnostik muss nachhaltig im Gesundheitssystem verankert werden

  • Offensive Teststrategie könnte u.a. Eindämmung des Influenza-Virus kommenden Winter unterstützen
  • Fast 42 Millionen Corona Tests seit Beginn der Pandemie in Österreich durchgeführt

 

Wien, 1. Juni 2021 – Ihre Ergebnisse beeinflussen etwa 70 Prozent aller klinischen Entscheidungen, die Kosten dafür machen aber im europäischen Schnitt weniger als ein Prozent der Gesundheitsausgaben aus: Labordiagnostik – also die Analyse von Probenmaterial wie Blut, Speichel oder Urin – ist ein elementarer, aber in der breiten Öffentlichkeit bis vor kurzem wenig beachteter Puzzlestein im Gesundheitswesen. 

Mit der Covid-19-Pandemie hat sich das drastisch verändert. Antigen- oder PCR-Tests gehören mittlerweile zum Alltag vieler Menschen in Österreich. „Es ist der Industrie gelungen, binnen kurzer Zeit enorm hohe Kapazitäten für Testungen und deren Auswertung bereitzustellen sowie die Nutzerfreundlichkeit von Selbsttests sukzessive zu verbessern“, so Peter Bottig, Sprecher der Branchengruppe In-vitro-Diagnostik der AUSTROMED, der Interessensvertretung der österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen. Und, wie Bottig betont: „Das bei durchgehend hoher Qualität.“ 

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit Stand Ende Mai 2021 wurden in Österreich laut dem Corona-Dashboard des BMSGPK rund 41,8 Millionen Corona-Tests durchgeführt. Die Zahl der Antigentests lag zuletzt im 7-Tages-Schnitt bei etwa 305.000 pro Tag, die Zahl der PCR-Tests bei etwa 78.000.

Patienten profitieren von mehr Labordiagnostik 

Österreich war und ist europaweit Vorreiter bei der Implementierung dieser umfassenden Teststrategie. Eine Herangehensweise, die sich die AUSTROMED auch in Nicht-Pandemiezeiten wünschen würde: „Auch bei anderen Krankheitsbildern kann das Gesundheitssystem – und damit vor allem die Patienten sowie Angehörige von Gesundheitsberufen – vom verstärkten Einsatz von Labordiagnostik profitieren“, so Christine Stadler-Häbich, AUSTROMED-Vorstandsmitglied und stellvertretende Sprecherin der Branchengruppe In-vitro-Diagnostik.

So wäre etwa ein stärkerer Fokus auf Testungen während der kommenden Influenza-Welle sinnvoll. Im Winter 2020/21 ist diese auf Grund der Covid-19-Schutzmaßnahmen praktisch ausgeblieben; Forscher prognostizieren daher schon jetzt für den kommenden Winter eine besonders starke Virusaktivität. Ähnlich wie bei Covid-19 könnten auch hier Testungen die Verbreitung unterbinden. 

Nicht nur bei Viruserkrankungen, sondern z.B. auch bei der Abklärung von kardiovaskulären Erkrankungen (insbesondere bei Herzinfarkten mit unspezifischen Systemen) sowie einer Vielzahl anderer Erkrankungen kann Labordiagnostik einen Beitrag zur raschen Diagnose und damit zur raschen Behandlung leisten. 

„Alle Entscheidungsträger im Gesundheitssystem sind aufgefordert, die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie auf die Bekämpfung anderer Krankheiten zu übertragen“, so Branchengruppen-Sprecher Bottig. „Die Industrie ist jedenfalls auch künftig bereit, hier ihren Beitrag zu leisten.“

Service: Broschüre für Patienten 

Die AUSTROMED hat eine Broschüre aufgelegt, mit der sich Patienten über die Bedeutung und die Anwendungsbereiche von Labordiagnostik informieren können. Diese ist hier zum Download verfügbar.

Über AUSTROMED

Die AUSTROMED ist die Interessensvertretung für Unternehmen, die in der Entwicklung, der Produktion, der Aufbereitung und dem Handel von Medizinprodukten in Österreich tätig sind. AUSTROMED ist Partner der Gesundheitspolitik und versteht sich als Service- und Anlaufstelle für rund 120 Mitglieder. Insgesamt gibt es über 500.000 Medizinprodukte. Sie bilden einen fixen Bestandteil des täglichen Lebens und einen wesentlichen Grundpfeiler der heutigen Medizin. Das Medizinprodukte-Angebot der AUSTROMED-Mitgliedsunternehmen ist vielfältig. Es reicht von Einmalprodukten bis zu Hightech-Geräten. Medizinprodukte-Unternehmen sind als wesentlicher Versorger des Gesundheitswesens ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber mit einer Bruttowertschöpfung von 4,5 Mrd. Euro und rd. 56.000 Beschäftigten (direkt und indirekt).

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Sophie Winter, MBA

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